Hornhaut

Hornhaut

Was ist die Hornhaut?
Die Hornhaut ist die vordere transparente Wand des Auges. Ihre gewölbte, transparente Struktur, durch die das Licht gebrochen wird, trägt erheblich zur scharfen Abbildung von Bildern auf der Netzhaut bei.

Welche Erkrankungen der Hornhaut gibt es? Und wie werden sie behandelt?
Es gibt eine Vielzahl angeborener und erworbener Krankheiten an der Hornhaut. Zu starke, zu flache oder unregelmäßige Krümmungen der Hornhautoberfläche führen zu Sehschwächen. Diese Krümmungsfehler, auch als Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Stabsichtigkeit (auch Hornhautverkrümmung oder Astigmatismus) bekannt, können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln und lassen sich in der Regel gut mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren. Eine operative Therapie mit guten Langzeitergebnissen bietet die Laserbehandlung.

Ein seltener, angeborener Krümmungsfehler der Hornhaut, der familiär gehäuft bei jungen Menschen zwischen dem 15. - 30. Lebensjahr auftritt, ist der Keratokonus. Bei dieser Erkrankung wölbt sich die Hornhaut kegelförmig nach außen, wodurch es zu einer Verdünnung in der Mitte und Trübung der Schichten kommt. Die Krankheit ist fortschreitend und muss möglichst früh behandelt werden, um das Sehvermögen zu erhalten. Anfangs kann die Sehschwäche mit einer speziell angefertigten Kontaktlinse ausgeglichen werden. Schreitet die Krankheit voran, empfiehlt sich eine neue operative Methode (Cross-Linking). Hierbei werden die Fasern der Hornhaut durch die Einwirkung von UV Licht und Vitamin B2 Tropfen gefestigt. Diese Behandlung kann das Fortschreiten der Hornhautverkrümmung aufhalten. Sie führt jedoch nicht zu einem Rückgang einer bereits vorhandenen Sehschwäche, die bereits durch den Keratokonus entstanden ist. Im weit fortgeschrittenen Stadium des Keratokonus und bei starker Hornhauttrübung verbleibt als Behandlungsmöglichkeit nur noch die Transplantation einer Spenderhornhaut.

Fortgeschrittene Trübungen oder Narben in der Hornhaut können Folge von Verletzungen, Verbrennungen, Verätzungen, Infektionen oder angeborenen Erkrankungen sein. Eine trübe Hornhaut kann man sich wie ein schmutziges Fensterglas vorstellen, durch welches man nur noch verschwommen sieht. Sind die mittlere und hintere Schicht der Hornhaut beschädigt, bietet sich oft als einzige Therapie die Hornhauttransplantation mit einer Spenderhornhaut an, da sich diese Schichten nicht selbst wieder regenerieren können.

Im Gegensatz dazu sind oberflächliche Verletzungen der Hornhaut ein sehr häufiger Grund für den Besuch beim Augenarzt. Fremdkörper, die die Hornhaut aufkratzen, bis hin zu größeren, flächigen Verletzungen sind meist sehr schmerzhaft. Das Auge ist rot, brennt und tränt stärk. Glücklicherweise regeneriert sich die Oberfläche der Hornhaut recht schnell. Bei kleineren Verletzungen können Tränenersatzmittel den Reizzustand vorrübergehend lindern. Bei größeren Wunden kann zusätzlich eine therapeutische Kontaktlinse eingesetzt werden, bis die Hornhaut sich wieder regeneriert hat.